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Marx: Antisemitismus ist „Ausdruck tiefster Gottlosigkeit“

Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen in St. Matthäus in München

München, 22. Mai 2021. Kardinal Reinhard Marx hat Rassismus und Antisemitismus als „Ausdruck tiefster Gottlosigkeit“ scharf verurteilt. „Niemals werden wir Christen uns von unseren jüdischen Brüdern und Schwestern trennen lassen – nie mehr! Wir stehen an ihrer Seite“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstagabend, 22. Mai, bei einem Gottesdienst in der evangelischen Bischofskirche St. Matthäus in München.

Mit Blick auf den aktuell aufflammenden Antisemitismus und Rassismus rief Kardinal Marx bei der ökumenischen Feier die Christen dazu auf, ein Zeichen für die Einheit aller Menschen zu setzen, „weil alle Kinder Gottes sind und deshalb alle Brüder und Schwestern sind“. Der Erzbischof betonte: „Dass Gott der Vater aller Menschen ist, das ist ein Auftrag an uns. Deshalb ist die Ökumene unter den christlichen Konfessionen eigentlich zu kurz gegriffen. Das Ziel Gottes ist größer – er will die Einheit aller Christen, aber er will mehr, er will die Einheit aller Menschen, das Heil aller Menschen, dass für alle Menschen Hoffnung aufleuchtet. Dafür sind wir zuständig!“ Umso wichtiger sei es, „dass wir als Christen eins sind – aber nicht, um uns herum eine Mauer zu bauen, sondern als Vorzeichen für die Einheit aller Menschen.“ Der Erzbischof von München und Freising predigte bei einem ökumenischen Gottesdienst anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen, den er gemeinsam mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und dem rumänischorthodoxen Bischof Sofian leitete.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass vor 500 Jahren Martin Luther mit seiner Kirche um den richtigen Weg des Glaubens gerungen habe. „Dessen haben wir vor wenigen Wochen in Worms gedacht. Heute stehen wir hier und feiern gemeinsam mit den katholischen, orthodoxen, freikirchlichen und so vielen anderen Geschwistern: Welch ein Zeichen der Versöhnung!“, sagte Bedford-Strohm: „Ja, wir brauchen die Liebe Christi, die uns versöhnt, wenn wir in unseren Kirchen nach wie

vor um die richtigen Entscheidungen in der Pandemie ringen, wenn Meinungen auseinandergehen, wenn Gefühle der Angst und der Sorge unsere Entscheidungen leiten, wenn gegenseitige Beschuldigungen dazu führen, dass wir nicht mehr gemeinsam Verantwortung übernehmen. Daher ist dieser heutige Gottesdienst so wertvoll, weil er uns die Kraft des Heiligen Geistes schenkt, für all unsere Aufgaben.“ Am Gottesdienst wirkten auch Dekanin Christine Schürmann als neugewählte Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern mit sowie Gottfried von Segnitz und David Theil vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in München, Peter Soltau als Vorsitzender der Evangelischen Allianz München sowie eine junge Christin stellvertretend für die gerade in München lebendige junge multilaterale Ökumene. Die musikalische Gestaltung übernahm ein Ensemble des Münchner Motettenchores.

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird seit 1908 gefeiert. Der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen und der Ökumenische Rat der Kirchen verantworten sie gemeinsam, wobei in jedem Jahr eine ökumenische Gruppe aus einem anderen Land die Vorbereitung übernimmt. In Deutschland wird die Gebetswoche getragen von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). (ps)


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